Kronberg im Taunus (fondsweb.de) - "Auch im neuen Jahr bleibt es schwierig, die richtigen Anlageentscheidungen zu treffen, denn die Unsicherheit an den Märkten wird 2012 weiter gehen. In dieser Situation stellen Aktienanlagen, die hohe Dividenden mit Wachstumspotenzial kombinieren, nach meiner Überzeugung eine solide Allwetterstrategie dar. In Abschwungsphasen sind Anlagestrategien erfolgreicher, die auf dividendenstarke Aktien setzen - das hat sich nach der geplatzten Dotcom-Blase im Jahr 2000 und während der weltweiten Finanzkrise 2008 bestätigt. Auch im aktuellen Marktumfeld sind Aktien von Unternehmen, die sowohl stabile Dividendenzahlungen mit Potenzial nach oben als auch ein gesundes Geschäftsmodell mit einer langfristigen Wachstumsstory bieten, wieder besonders attraktiv. Während die Dividendenrendite auf ein Jahr betrachtet relativ gering erscheinen mag, ist ihr Anteil an der Gesamtrendite von Aktien über einen längeren Zeitraum beachtlich, berichtet Polly Kwan, Portfoliomanagerin des Fidelity Asia Pacific Dividend Fund.
Die europäische Staatsschuldenkrise und die Angst vor einer Double-Dip Rezession in den westlichen Industrienationen würden weiter für Volatilität und geringes Wachstum an den dortigen Märkten sorgen. Asien bleibe in dieser Hinsicht ein Lichtblick. Wir werden uns an eine Welt der zwei Geschwindigkeiten - mit höherem Wachstum in den Schwellenländern und vor allem in Asien und niedrigerem Wachstum in den westlichen Industrienationen - gewöhnen müssen. Gefestigt durch eine robuste Inlandsnachfrage und den stark zunehmenden innerasiatischen Handel sind die asiatischen Volkswirtschaften heute weit weniger von den westlichen Industrienationen abhängig als in der Vergangenheit. Noch wichtiger ist, dass asiatische Unternehmen viel stärkere Bilanzen aufweisen und deutlich geringer verschuldet sind als Unternehmen in Europa oder in den USA, so Kwan weiter.
Nach der Finanzkrise in Asien Ende der neunziger Jahre hätten die dortigen Unternehmen die Verschuldung deutlich reduziert und Barreserven aufgebaut. Das sei die Basis, um höhere Dividenden zahlen zu können. Folgerichtig sei in den vergangenen zehn Jahren die Zahl der asiatischen Unternehmen, die Dividenden zahlten, deutlich gestiegen: Während vor zehn Jahren nur rund 60 Prozent aller Unternehmen im asiatisch-pazifischen Raum ohne Japan Dividenden gezahlt hätten, seien es im laufenden Jahr voraussichtlich 82 Prozent. Und bei jedem vierten Unternehmen werde die Dividende bei 3 Prozent oder mehr liegen. In der gegenwärtigen Niedrigzinssituation seien die Dividendenrenditen asiatischer Unternehmen daher überaus attraktiv. Und das werde auf absehbare Zeit so bleiben, da der Cash Flow steige und die Eigenkapitalquote hoch sei. Tatsächlich horteten asiatische Unternehmen weiterhin Barreserven: Nach vorläufigen Berechnungen sei der Netto-Verschuldungsgrad in Asien ohne Japan im Jahr 2011 auf 16 Prozent zurückgegangen. Im Langzeitdurchschnitt liege die Quote bei 34 Prozent.
Daher ist der Ausblick für die Dividendenentwicklung in asiatischen Schwellenländern weiter positiv. Trendberechnungen zufolge erhöht sich die Auszahlungsquote der Unternehmen aus asiatischen Schwellenländern in den nächsten drei Jahren von aktuell 32 Prozent auf 37 Prozent. Nicht ausgeschlossen, dass dieser Wert sogar übertroffen wird, da sich der Aufstieg der Region in den kommenden Jahren voraussichtlich fortsetzen wird, die Auswertung jedoch nur die bisherige Entwicklung berücksichtigt, berichtet Kwan. Konkret bedeute das einen möglichen Anstieg der durchschnittlichen Dividenden in asiatischen Schwellenländern von rund drei auf 3,5 Prozent bis zum Jahr 2015. Dividendenstarke Aktien kombinierten somit zwei Vorteile: regelmäßige Erträge über dem Inflationsniveau und die Aussicht auf Kapitalzuwachs des asiatischen Aktienmarkts."
