fondsweb.de

 
Erweiterte Fondssuche
Name, Gesellschaft, WKN, ISIN, Schlagwort (z.B.: "Energie")
Sie sind nicht eingeloggt! Jetzt einloggen oder erst registrieren.

16.08.2011 14:56 — Asiens Konsumbranche bleibt weiterhin attraktiv

Frankfurt (fondsweb.de) - Asiens aufstrebende Volkswirtschaften befinden sich in einer delikaten Situation: Einerseits weisen sie überdurchschnittliche Inflationsraten auf, getrieben von einem fulminanten Wirtschaftsboom und kräftigen Kapitalzuflüssen aus dem Ausland. Andererseits nährt genau das die Sorge an den Märkten vor einer strafferen Geldpolitik, etwa in China und Indien. Denn die mögliche Folge wäre ein Abflauen der Konjunktur. Trotz der Inflationsraten und weitergehender geldpolitischer Maßnahmen bewertet jedoch der Fondsmanager des UBS Equity Fund - Asian Consumption P-acc (933564) Namit Nayegandhi Asiens Konsumgüterbranche (ex Japan) auch zukünftig als chancenreich.


Derzeit genießt Inflationssteuerung höchste Priorität bei Asiens Zentralbanken und Regierungen. Schon vor dem jüngsten Börsenschock reagierten die Märkte darauf nervös, weil sie in diesem Fall eine Konjunkturdelle befürchten. Was die Konsumgüterbranche anbetrifft, sind die Sorgen aus meiner Sicht unberechtigt. Schließlich ist Asiens Konsum nur zum Teil kreditfinanziert, sodass etwa höhere Zinsen nur wenig Einfluss auf das Kaufverhalten hätten. Besonders die aufstrebende Mittelschicht verfügt über steigende Einkommen und solide Ersparnisse. Sie dürfte weiterhin nicht nur mehr, sondern auch hochwertigere Güter kaufen. Zudem fördern asiatische Regierungen gezielt den Binnenkonsum, etwa China mit einer Anhebung der Mindestlöhne, so der Fondsmanager.


Die Auswirkungen der importierten Inflation auf den Konsumbereich sind nach Ansicht von Nayegandhi unterschiedlich. Markenartikelhersteller verfügten oftmals über eine Preismacht, die es ihnen erlaube, höhere Kosten weiterzureichen. Zu nennen wären etwa der chinesische Want-Want-Konzern, der Snack-Food und Getränke anbiete, der indische Zigarettenhersteller ITC oder der koreanische Haushaltswaren- und Kosmetikartikel-Konzern LG H&H. All diese Unternehmen hätten bisher ihre Margen aufrechterhalten können. Allerdings müsse man die Situation in China genau beobachten. Dort könnte es durchaus sein, dass zum Beispiel nicht alle Hersteller von Basis-Konsumgütern steigende Vorkosten einpreisen könnten, da die Regierung bemüht sei, eine Preisspirale zu unterbinden.


Jüngste Börsenturbulenzen sieht der Fondsmanager gelassen: Asiens Konsum ist ein langfristiges strukturelles Anlagethema, das von starken Trends fundamental gestützt wird. Zu nennen sind die günstige demografische Entwicklung, die fortschreitende Urbanisierung sowie die geringe Verschuldung der Bevölkerung. Weiteres Potenzial steckt im niedrigen Marktdurchdringungsgrad vieler Produkte. Darüber hinaus unternehmen Chinas und Indiens Regierungen strategische Schritte, mit denen sie ihre Wirtschaftsstruktur zugunsten der Binnennachfrage verändern möchten. Sobald sich also die nicht in Asien, sondern von der europäischen und amerikanischen Schuldenkrise ausgelösten Turbulenzen gelegt haben, werden die Märkte nach meiner Überzeugung wieder die nachhaltigen Wachstumsperspektiven von Unternehmen honorieren.


Zum Hintergrund: Mehr als die Hälfte aller Angehörigen der Mittelschicht weltweit wird laut UBS im Jahr 2020 aus dem asiatisch-pazifischen Raum kommen. Heute seien es 28 Prozent (525 Millionen Menschen). Bis zum Jahr 2030 wachse ihr Weltanteil, so schätze die Brookings Institution aus Washington, auf 66 Prozent oder 3,2 Milliarden Menschen. Sie alle hätten, gerechnet nach Kaufpreisparitäten (PPP), zwischen 10 und 100 US-Dollar täglich für den Konsum zur Verfügung. Als Konsequenz erwarte Brookings, dass 42 Prozent aller globalen Konsumausgaben oder 14,8 Billionen US-Dollar im Jahr 2020 auf die Verbraucher in dieser Region entfallen würden. Zehn Jahre später könnten es danach bereits 59 Prozent sein (32,6 Billionen US-Dollar). Das größte Heer von Verbrauchern aus der Mittelschicht komme dann aus China und Indien. Zusammen würden sie 2030 umgerechnet 22,8 Billionen US-Dollar ausgeben, nach 8,2 Billionen US-Dollar 2020. Die Konsequenz: Die bisherige Konsum-Nation Nr. 1, die Vereinigten Staaten, würden global an Bedeutung verlieren. Nur noch sieben Prozent der weltweiten Umsätze würden 2030 über amerikanische Ladentische gehen. Aufgrund des höheren Bevölkerungswachstums werde Indien dann auch China als Land mit den meisten Angehörigen der Mittelschicht überflügelt haben.

Fonds zu dieser Nachricht:

Gesellschaften zu dieser Nachricht:




X