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01.07.2011 15:29 — Optimismus deutscher Anleger kehrt zurück

Frankfurt (Fondsweb.de) - Die vergangenen Monate waren für deutsche Anleger eine Berg- und Talfahrt, die sich weiter fortsetzt. Nachdem im März die Stimmung eingebrochen war, hat der deutsche Aktienmarkt jetzt wieder einen besseren Stand bei den Investoren. Insgesamt 49,8% der Privatanleger zeigten sich in der aktuellen Umfrage von J.P. Morgan Asset Management zuversichtlich, dass sich die Börsenkurse in den kommenden sechs Monaten positiv entwickeln werden. Das ist nach Angaben der Fondsgesellschaft ein Anstieg um 5,1 Prozentpunkte gegenüber der Erhebung im März. Demgegenüber stünden lediglich 15,0%, die an einer rosigen Zukunft des deutschen Aktienmarkts zweifelten. Seit dem Erdbeben in Japan Anfang März und den Konflikten im Nahen Osten hat sich die Anlegerstimmung wieder gefestigt. Dass sich die Börsenkurse trotz Katastrophen und anhaltender Schuldenkrise in Europa relativ stabil entwickeln, scheint die Anleger optimistischer in die Zukunft blicken zu lassen, kommentiert Jean Guido Servais, Marketing Director für Deutschland, Österreich und die Schweiz bei J.P. Morgan Asset Management. Der Investor Confidence Gesamtindex1 der Gesellschaft bekräftige mit einem Wert von 4,3% und damit einem Anstieg von 1,5% die positive Zukunftsstimmung.


Bei der Umfrage zeigten sich die Börsenskeptiker zwar deutlich in der Unterzahl; die gestiegene Zuversicht drücke sich jedoch nicht in einem Anstieg der Investitionsfreude aus. Außerdem seien deutliche Unterschiede zwischen der Börsenstimmung bei Frauen und Männern zu verzeichnen. Während die Männer mit einem Wert von 3,6% eher an Zuversicht für die Zukunft verloren hätten (-0,3%), seien die befragten Frauen positiver gestimmt. Hier hätten sogar 5,1% angegeben, dass sie in den nächsten sechs Monaten eine vorteilhafte Entwicklung der Börsenkurse erwarteten. Bei der letzten Befragung im März seien nur 1,5%t der Frauen dem Aktienmarkt gegenüber optimistisch eingestellt gewesen. Auch der Investor Confidence Index, der ausschließlich die positiven Erwartungen für die Zukunft des deutschen Aktienmarkts auswerte, zeige diese Differenz. So sei bei den Frauen ein steiler Stimmungsanstieg von 102 Indexpunkten im März auf 163 Indexpunkte im Mai zu verzeichnen. Die Entwicklung bei den Männern sei hingegen rückläufig, mit einem Wert von 110 Indexpunkten im März und 104 bei der aktuellen Befragung.


Investmentbereitschaft kann mit Optimismus nicht Schritthalten


Der insgesamt gestiegene Optimismus schlage sich jedoch nicht in einer gesteigerten Investmentbereitschaft der Anleger nieder. Die tatsächlich für die kommenden sechs Monate geplanten Investitionen an der Börse hätten enttäuscht. Zwar hätten 34,4% der Privatinvestoren konkrete Anlagepläne für die nähere Zukunft geäußert; das seien jedoch 6,3% weniger als bei der letzten Befragung im März. Zuwachs verzeichne hingegen die Gruppe, die definitiv nicht im zweiten Halbjahr 2011 investieren möchte. Insgesamt handele es sich dabei um 52,2% der Anleger, also mehr als die Hälfte derjenigen, die bereits im Besitz von Wertpapieren oder Investmentfonds seien. Interessant ist, dass 13,4% der Investoren noch unschlüssig sind, ob sie in den nächsten sechs Monaten investieren wollen, betont Servais. Die Anleger wollen kein vorschnelles Urteil über die wirtschaftliche Situation fällen, zumal auch die Schuldenkrise in Europa noch nicht abgeschlossen ist. Das könnte eine Erklärung für die seit März deutlich gewachsene Gruppe der Unentschlossenen sein. Die aktuellen Ergebnisse überraschten nach dem Resultat der März-Befragung. Obwohl der Optimismus noch im März stark zurückgegangen sei, wäre die Investmentbereitschaft damals auf einem relativ stabilen Wert geblieben. Diejenigen Anleger, die auch im zweiten Halbjahr weiterhin investieren wollen, planen dies laut der JP Morgan-Umfrage zumeist mittels Investmentfonds. Somit rangierten Fonds mit 16,7% wiederholt auf dem ersten Platz der Beliebtheitsskala. Allerdings leide diese Anlageform mit einem Rückgang von 1,9% ebenfalls unter der gesunkenen Investitionsbereitschaft der Deutschen. Auch alle weiteren Anlageformen, zwischen denen sich die Befragten entscheiden konnten, hätten im Mai schlechter als im März abgeschnitten. Lediglich Tagesgeldkonten seien seit der letzten Befragung in der Gunst der Anleger gestiegen.

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