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10.06.2011 12:25 — Asiatische Länder performten am besten

Frankfurt (fondsweb) - Erneute Ängste vor einer Schuldenrestrukturierung in der Eurozone, Sorgen über ein Ausbreiten der Krise auf größere Volkswirtschaften wie Spanien und eine Herabstufung der Bonität Griechenlands ließen Anleger eine risikoscheuere Haltung einnehmen. Schwächere Schwellenländerwährungen und rückläufige Rohstoffpreise trübten die Marktstimmung zusätzlich ein. Nach einem Verlust von mehr als 7% in US-Dollar kehrten die Schnäppchenjäger zurück, so dass Schwellenländer den Mai mit einem Minus von 2,6% in US-Dollar beendeten. Asiatische Märkte waren die Spitzenreiter, China, Hongkong und Indonesien konnten im Berichtsmonat leichte Gewinne verbuchen. In Lateinamerika entwickelten sich Brasilien und Mexiko schlechter als andere Schwellenländer. Die Gründe hierfür waren niedrigere Rohstoffpreise und ein festerer US-Dollar. Die Märkte in Osteuropa gehörten zu denen mit der schlechtesten Performance, da Anleger zurückhaltender waren, berichtet Dr. Mark Mobius von der Templeton Emerging Markets Group.


In dem Bemühen um die Eindämmung der Liquidität und der Teuerungsrate habe die Peoples Bank of China den Mindestreservesatz für Banken um 50 Basispunkte (0,5%) angehoben. Damit habe die Bank den Satz zum achten Mal seit Oktober 2010 heraufgesetzt. Er liege jetzt bei einem Rekordhoch von 21% für Großbanken. Die Zunahme ausländischer Direktinvestitionen in China habe sich von März bis April von 32,9% auf 15,1% im Jahresvergleich verlangsamt. Insgesamt hätten sich die Investitionen im April auf 8,5 Mrd. US-Dollar belaufen, etwa 25% seien davon in den Immobiliensektor geflossen. Zur Abkühlung des Immobiliensektors wolle die Regierung das Landangebot, das dieses Jahr für den Wohnungsbau zur Verfügung stehe, gegenüber den beiden Vorjahren verdoppeln. Die Inflation sei im April hoch geblieben, die Verbraucherpreise seien um 5,3% im Jahresvergleich angezogen. Im März seien sie um 5,4% gegenüber dem Vorjahr nach oben gegangen. Die Hauptursache sieht Mobius nach wie vor in hohen Lebensmittelpreisen. Exporte seien im April um 29,9% im Jahresvergleich auf ein Rekordhoch von 155,7 Mrd. US-Dollar geschnellt. Dies sei größtenteils der starken Nachfrage aus den USA, der Europäischen Union und Hongkong zu verdanken gewesen.


Das südkoreanische Parlament ratifizierte das Freihandelsabkommen mit der Europäischen Union, das am 1. Juli in Kraft treten wird. Zur Unterstützung der Handels- und Wirtschaftsbeziehungen zu Europa besuchte Präsident Lee Myung-bak Deutschland, Dänemark und Frankreich. Darüber hinaus unterzeichneten Südkorea und Indonesien eine Absichtserklärung über eine wirtschaftliche Kooperationspartnerschaft zur Stärkung der Zusammenarbeit in Schlüsselbereichen wie Energie, Industrie und Landwirtschaft. Der Verbraucherpreisindex sank von März bis April von 4,7% auf 4,2% im Jahresvergleich. Hauptauslöser hierfür war eine schwächere Zunahme der Lebensmittelpreise. Südkoreas Regierung versuchte weiter, den Inflationsdruck zu dämpfen. Daher einigten sich die vier südkoreanischen Ölraffinerien darauf, für das Quartal bis Ende Juli die Benzin- und Dieselpreise zu senken. Die Arbeitslosigkeit fiel von 4,3% im März auf 3,7% im April, vor allem dank der Schaffung von Stellen im Privatsektor, so Mobius weiter.


Indiens Handelssektor habe nach wie vor starkes Wachstum verzeichnet. Die Exporte hätten im März um 43,8% im Jahresvergleich auf 29,1 Mrd. US-Dollar zugelebt. Dies sei im Wesentlichen in der Nachfrage aus Europa und den USA begründet gewesen. Zum Vergleich: Im Februar hätten die Exporte insgesamt 23,6 Mrd. US-Dollar betragen. Zum Ausbau der Handels- und Wirtschaftsbeziehungen zu Afrika habe Premierminister Manmohan Singh im Mai Afrika besucht. Die Industrieproduktion sei im März so schnell wie seit fünf Monaten nicht mehr gewachsen. Den größten Beitrag leistete dabei die höhere Produktion im verarbeitenden Gewerbe. Das Wachstum verdoppelte sich von Februar bis März fast von 3,7% auf 7,3% im Jahresvergleich. Die Reserve Bank of India erhöhte den Leitzins im Mai um 50 Basispunkte (0,5%) auf 7,25%, um den Inflationsdruck zu bekämpfen, berichtet Mobius. Die Anhebung im Mai sei die stärkste im aktuellen Straffungszyklus gewesen. Seit März 2010 sei der Zins bereits achtmal um 25 Basispunkte (0,25%) heraufgesetzt worden.


Brasiliens Exporte wiesen ein unvermindert starkes Wachstum auf, größtenteils dank robuster Rohstoffnachfrage aus China. Trotz einer Aufwertung des Real legten die Exporte im April um 33,1% im Jahresvergleich auf 20,2 Mrd. US-Dollar zu. Die robuste Inlandsnachfrage und eine dank des stärkeren Real höhere Kaufkraft ließen Importe um 31,2% im Jahresvergleich auf 18,3 Mrd. US-Dollar anziehen. Infolgedessen verzeichnete die Handelsbilanz im April den in diesem Jahr bisher größten monatlichen Überschuss, so Mobius. Der Überschuss habe sich von 1,6 Mrd. US-Dollar im März auf 1,9 Mrd. US-Dollar im April ausgeweitet. Die Inflation verharrte im April im Aufwärtstrend. Der Verbraucherpreisindex erreichte die obere Grenze des Zielbands der Regierung von 2,5%-6,5%, ergänzt der Emerging Market-Experte. Die Preise seien angezogen, jeweils im Jahresvergleich, von 6,3% im März auf 6,5% im April, was vor allem auf höhere Benzinpreise zurückgegangen sei. Die Zentralbank habe die Zinsen dieses Jahr drei Mal angehoben, um der Inflation Einhalt zu gebieten. Die Kreditaufnahme sei weiter angestiegen, trotz Bemühungen um die Kreditkontrolle und trotz höherer Zinsen. Die ausstehenden Kreditforderungen seien dank eines unverändert starken Verbrauchervertrauens im Februar um 1,3% im Monatsvergleich und um 21,0% im Jahresvergleich auf 1,1 Bio. US-Dollar angewachsen.


Südafrikas BIP-Wachstum sei im 1. Quartal 2011 auf 4,8% im Quartalsvergleich angezogen, die schnellste Wachstumsrate seit einem Jahr. Im Jahresvergleich wuchs die Wirtschaft um 3,6% (4. Quartal 2010: 3,8% im Jahresvergleich). Den größten Beitrag zum Wachstum leistete das verarbeitende Gewerbe mit einem Wachstum von 14,5% gegenüber dem Vorquartal. Unterstützt wurde dieser Anstieg durch niedrige Zinsen. Nach drei Zinssenkungen im Jahr 2010 behielt die Notenbank die Leitzinsen im Mai trotz höheren Inflationsdrucks unverändert bei. Der Leitzins verharrte bei 5,5% und damit auf dem niedrigsten Stand seit mehr als drei Jahrzehnten. Damit soll die Binnenwirtschaft gestützt werden. Der Verbraucherpreisindex erhöhte sich von März bis April geringfügig von 4,1% auf 4,2% im Jahresvergleich, berichtet Mobius. Das sei vor allem höheren Kosten für Transport zuzuschreiben gewesen. Die Einzelhandelsumsätze hätten sich von Februar bis März von 5,3% auf 5,6% im Jahresvergleich verbessert. Teilweise lasse sich dies auf höhere Umsätze bei Wohnmöbeln und Haushaltsgeräten zurückführen. Auf der politischen Bühne habe der regierende Afrikanische Nationalkongress (ANC) die Kommunalwahlen mit mehr als 60% der Stimmen gewonnen. Auf die Oppositionspartei Demokratische Allianz (DA) seien etwa 22% der Stimmen entfallen.


Das BIP-Wachstum in Russland flaute laut ersten Daten, die im Mai vorgelegt wurden, von 4,5% im 4. Quartal 2010 auf 4,1% im Jahresvergleich im 1. Quartal 2011 ab. Ein schwacher Investmentsektor war der Hauptgrund für die Wachstumsabkühlung. Die Nettokapitalabflüsse im Quartal beliefen sich insgesamt auf 21,3 Mrd. US-Dollar. Starke Exporte, angeführt von hohen Ölpreisen, stützten jedoch das Wirtschaftswachstum. Überraschenderweise erhöhte Russlands Zentralbank den Einlagenzins um 25 Basispunkte (0,25%) auf 3,5%. Der Kreditzins wurde unverändert beibehalten. Inflation blieb eine Hauptsorge. Die Verbraucherpreise stiegen im April um 9,6% im Jahresvergleich gegenüber 9,5% im März, so Mobius zu Russland. Der Handelssektor habe im März ein robustes Wachstum verzeichnet. Hohe Ölpreise hätten die Exporte nach oben getrieben. Wachsende Inlandsnachfrage habe die Importe unterstützt. Etwa zwei Drittel der russischen Exporterlöse seien auf Öl und Gas entfallen. Die Exporte seien um 29,8% im Jahresvergleich auf 44,1 Mrd. US-Dollar nach oben geschnellt. Die Importe seien um 42,6% im Jahresvergleich auf 26,8 Mrd. US-Dollar angezogen. Daraus habe sich für den Monat ein Handelsüberschuss von 17,3 Mrd. US-Dollar ergeben.


Die türkische Zentralbank behielt nach Angaben von Mobius die Zinsen und den Mindestreservesatz im Mai trotz höherer Inflation unverändert bei. Der Verbraucherpreisindex sei von März bis April geringfügig von 4,0% auf 4,3% im Jahresvergleich gestiegen. Dies sei die erste Zunahme seit sieben Monaten gewesen. Ein stärkeres Verbrauchervertrauen und höhere Bekleidungspreise hätten zur höheren Teuerungsrate beigetragen. Die Zentralbank habe Ende April die Inflationsprognose für 2011 von 5,9% auf 6,9% heraufgesetzt. Die dritte Ausschusssitzung im Rahmen der Wirtschafts- und Handelspartnerschaft zwischen der Türkei und dem Vereinigten Königreich habe im Mai in Ankara stattgefunden. Beide Länder hätten eine Absichtserklärung unterzeichnet und sich zugesichert, den bilateralen Handel bis 2015 zu verdoppeln. An der politischen Front gehe man davon aus, dass die regierende Partei für Gerechtigkeit und Aufschwung (AKP) bei den Parlamentswahlen im Juni einen Sieg erringen werde. Das Land habe sich gut von der Finanzkrise erholt. Dies gelte als einer der Gründe für die Popularität der Partei. Die türkische Wirtschaft sei 2010 um robuste 8,9% im Jahresvergleich gewachsen, während sie 2009 noch um 4,8% geschrumpft sei.

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