Frankfurt (fondsweb) - Die aktuellen Marktstände reflektieren die Fundamentaldaten einer Nation, in der alles schief gegangen ist, was schief gehen konnte, sagt Lesley Kaye, Investment Director und Managerin des GAM Star Japan Equity zur Situation in Japan rund drei Monate nach dem Erdbeben. Profitieren würden davon Käufer japanischer Aktien, zu denen in den vergangenen 29 Wochen in erster Linie Ausländer gehört hätten; voraussichtlich vor allem die chinesische Regierung, die erneut auf Einkaufstour in Japan gegangen sei. Zurzeit gebe es keinen großen Anlass, um wegen Japan aufgeregt zu sein: Der Markt sei recht gut unterfüttert, Japan nutze die Stärke seiner Währung, um das Wachstum der Schwellenländer aufzukaufen, und die Indizes Topix und Nikkei 225 stünden dort, wo sie sich die meiste Zeit während der vergangenen drei Jahre aufgehalten hätten.
Auf der politischen Ebene seien die Folgen von Erdbeben, Tsunami und Reaktorkatastrophe in eine völliges Durcheinander abgeglitten. Das zeige sich an dem Streit zwischen dem Reaktorbetreiber Tepco, der Politik und den Banken darüber, wer denn für die Kompensation der Unglücksschäden verantwortlich sei. Die derzeit kolportierte Schadenssumme von 11 Billionen japanischen Yen (rund 93,6 Milliarden Euro) sei von Tepco allein nicht zu stemmen, so dass über ein Rettungspaket diskutiert werde, wie es bereits 2002-2003 für japanische Banken eingesetzt worden sei. Swaps von Tepco verzeichneten momentan eine Ausfallwahrscheinlichkeit von 53%.
