Senningerberg (fondsweb) - Die durchgefühten Banken-Stresstests in Europa sind nur ein kleiner Schritt für die Eurozone, doch ein Riesensprung tut not. Zu dieser Erkenntnis kommen Jamie Stuttard, Leiter European and UK Fixed Income bei Schroders, und Roger Doig, Analyst für Unternehmensanleihen bei Schroders, im aktuellen Marktkommentar.
Aus ihrer Sicht wiegt die Politik die europäischen Banken weiter in Sicherheit und drängt kaum darauf, das Eigenkapital zu erhöhen. "Insbesondere sieht Europa angesichts eines Kapitalbedarf von 3,5 Milliarden Euro heute sehr viel sicherer aus als die USA im Mai 2009, was nach Meinung der beiden Experten nicht stimmen dürfte", so Schroders. Kritisch beäugen Stuttard und Doig zudem die Tatsache, dass noch immer keine Klarheit darüber herrsche, wie stark die einzelnen Banken bei hypothekarisch besicherten Wertpapieren und anderen Banken engagiert seien.
Sollte einer der größeren Staatsanleihenmärkte der Peripherie (Spanien, Italien, Belgien) Probleme bei der Refinanzierung bekommen, die von politischer Seite nicht schnell behoben werden können, so bleibe das europäische Bankensystem nach wie vor ein potenzielles Pulverfass mit fremdfinanzierten Investitionen in Staatsschulden. Nach Anscht der beiden Experten aus dem Hause Schroders sei dies nicht ganz risikofrei.
