London (fondsweb) - Aufgrund niedriger Inflation, schwacher Konjunktur und der anhaltend hohen Arbeitslosenzahlen ist derzeit ein optimaler Einstiegszeitpunkt in US-Aktien, so die Einschätzung der Legg Mason-Tochter Legg Mason Capital Management.
Diese Anlageklasse bleibe zudem auch deswegen attraktiv, weil Geldmarktprodukte und Anleihen mit dem Anstieg der langfristigen Zinsen zu kämpfen haben.
Mary Chris Gay, Portfoliomanagerin des Legg Mason Value Fund erläutert: "Die USA führen die weltweite Erholung nicht unbedingt an, aber sie haben den Schritt aus der Rezession in die Erholung getan, und es spricht wenig für einen erneuten Rückfall in die Rezession. Die Konjunkturdaten für die USA waren insgesamt positiv, und nach unserem Dafürhalten unterschätzt der Markt das starke zyklische Erholungspotenzial der US-Wirtschaft sowie deren Auswirkung auf die Erholung der Unternehmensgewinne."
Dank der massiven Kostensenkungen der Unternehmen hätten sich mittlerweile die Unternehmensgewinne verbessert. Ende April hätten 83 % der S&P 500-Unternehmen über den Prognosen liegende Gewinne gemeldet, im Finanzsektor hätten die Ergebnisse die Erwartungen im Durchschnitt um 50 % übertroffen. Die Bewertungen der Indexschwergewichte seien so attraktiv wie seit 20 Jahren nicht mehr.
"Wir sehen in den vergangenen Monaten europaweit und auch in Deutschland ein deutlich verstärktes Interesse an US-Aktien, insbesondere von der institutionellen und semi-institutionellen Seite", kommentiert Klaus Dahmann, Head of Sales Germany and Austria bei Legg Mason. "Die verstärkte Nachfrage nach US-Aktien begründet sich im Wesentlichen darauf, dass Investoren ihre historischen Untergewichtungen in US-Aktien zumindest neutralisieren wollen. Dieser Trend wird unterstützt durch den erstarkenden US-Dollar und einen leichten Rückgang der extremen Risikoaversion seit Ausbruch der Finanzkrise", sagt Dahmann abschließend.
Laut Legg Mason müssen selbstverständlich letztendliche Stärke und Tragfähigkeit der Erholung berücksichtigt werden. Doch spreche viel dafür, dass die Erholung stärker ausfalle, als von den meisten Marktteilnehmern erwartet. Anleger unterschätzten zumeist die Kraft der Erholung bei den Unternehmensgewinnen. "Lässt man die sechs Monate nach dem Lehman-Zusammenbruch einmal außen vor, liegen die Bewertungen am US-Markt heute auf dem niedrigsten Niveau seit 1990", heißt es.
"Wir sind davon überzeugt, dass der Einbruch des US-Marktes außergewöhnliche Kaufgelegenheiten für langfristig orientierte Anleger geschaffen hat. Die im historischen Vergleich niedrigen Bewertungen, die anhaltend hohe Rentabilität der Unternehmen, die expansive Fiskal- und Geldpolitik sowie die niedrige Kerninflation schaffen nach unserem Dafürhalten ein recht attraktives Umfeld für positive Erträge aus US-Standardwerten", so Legg Mason.
Nach Einschätzung von Legg Mason Capital Management sollte auch die Aufstockung der Lagerbestände, die erst im ersten Quartal dieses Jahres wirklich eingesetzt hat, die US-Erholung noch stützen. Die Lagerbestände seien jetzt positiv und sollten weiter zulegen, weil die Nachfrage nicht so stark gesunken sei, wie die meisten Unternehmen befürchtet hatten.
"Es wird deutlich, dass die meisten Anleger der Markterholung nicht recht über den Weg trauen und daher meist an Übergewichtung von Anleihen und ihrer Untergewichtung von US-Aktien festhalten", kommentiert Mary Chris Gay. Sie sagt weiter: "Allerdings sollten Anleger ihre Übergewichtung in Anleihen und Geldmarktprodukten überdenken, da Geldmarktfonds nur geringe Erträge erwirtschaften und die US-Zinsen steigen vermutlich sukzessive, wodurch die US-Anleihenkurse sinken."
