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24.06.2010 17:58 — Franklin Templeton: Sind wir zu risikoscheu geworden?

Frankfurt am Main (fondsweb) - Einige Investoren sind aktuell über die wachsende Arbeitsunzufriedenheit in China, die politische Gewalt in Thailand, die Unfähigkeit Griechenlands, ihre Schulden zu bedienen und die jüngste Aggression zwischen Nord- und Südkorea besorgt. Ist die in einigen Kreisen vertretene Ansicht, dass in vielen Schwellenländern die Risiken steigen, gerechtfertigt?


Dr. Mark Mobius, leitender Vorsitzende der Templeton Asset Management, vertritt die Ansicht, dass viele ausländische Unternehmen in China gegenwärtig eine Arbeitskräfteknappheit beklagen würden. "Wie kann es sein, dass bei einer Milliarde von Menschen immer noch eine Arbeitskräfteknappheit herrscht?" fragt er. "Die Antwort ist, dass sie nicht bereit sind, für die Löhne und Gehälter zu arbeiten, die sie in der Vergangenheit verdienten. Sie kommen nicht mehr zu den Städten an der Küste, da sich das Hinterland öffnet und dort Arbeitsstellen geboten werden. In ganz China steigen die Verdienste."


Dies habe jedoch auch eine positive Seite und eine, die viele Investoren freuen dürfte, die eine Erhöhung des chinesischen Konsums wünschen, um den fallenden Konsum in den Industrieländern auszugleichen. Dr. Mobius erklärt: "Die Verdienste erhöhen sich von einem sehr niedrigen Niveau aus. Auf jeden Fall bedeuten höhere Verdienste wohlhabendere Konsumenten."


Was Thailand betreffe, so hatten die politischen Schwierigkeiten keine negative Auswirkung auf die Wirtschaft. "Die Schlagzeilen konzentrieren sich auf die Gewalt", meint Dr. Mobius. "Unterdessen blieb der Markt in den letzten sechs Monaten unverändert. Die Wirtschaft entwickelt sich solide, die Exporte steigen und die Touristenzahlen sind ebenfalls gut."


Nach Dr. Michael Hasenstab, Senior Vice President, Global Fixed Income, bei Franklin Templeton Investment, habe Griechenland viel Aufmerksamkeit im negativen Sinne auf sich gezogen, doch dürfte es unwahrscheinlich sein, dass die gleichen Defizitprobleme in anderen Ländern auftreten. "Griechenland unterscheidet sich sehr von Spanien oder Italien. Ich kann hier keinen Dominoeffekt sehen. Meiner Meinung nach wird der Rest Europas mehr wie Japan als Griechenland sein und eine lange Periode mit langsamem Wachstum statt eine weit verbreitete Staatschuldenkrise erleben."


Unterdessen werde die Krise in Korea von denen, die nicht aus dieser Region stammen, missverstanden, meinte Dr. Hasenstab. "Der Markt gerät jedes Mal, wenn Korea Aufsehen erregt, in Panik. Jedoch ist China ein wichtiger stabilisierender Faktor, der stets verhindert, dass die Drohungen wahr gemacht werden. Jedes Mal, wenn der Markt in Panik gerät, sehen wir dies als gute Kaufgelegenheit", sagt er abschließend.

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