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20.05.2010 16:14 — Barings: Neues aus Osteuropa

Dublin (fondsweb) - Die europäischen Schwellenländermärkte tendierten in den letzten Wochen sehr volatil. Wieder aufgekommene Besorgnisse, ob Griechenland in der Lage sein werde, seine Schulden zu bedienen, belasteten die Märkte weltweit. Gleichzeitig habe das Staatsanleihenrisiko unter den Anlegern erneut Risikoscheu ausgelöst. "Dennoch entwickelten sich die europäischen Schwellenländer im Vergleich zu den globalen Aktienmärkten erfreulich", berichtet die Gesellschaft Barings. Insbesondere der Börsenplatz Türkei habe weiter zugelegt, weil diese Volkswirtschaft inzwischen offensichtlich auf den Wachstumspfad zurückgekehrt sei. Auch sehr gute BIP-Zahlen für das IV. Quartal würden das Kaufinteresse an türkischen Papieren wieder anziehen lassen.


"Der April war von einem hohen Neuemissionsvolumen bei Aktien geprägt. Wir haben einige dieser Angebote genutzt. Die bei weitem umfangreichste Emission begab im Rahmen seines Börsengangs der polnische Versicherer PZU. In Bereichen aus dem Konsumumfeld wie Einzelhandel, Telekommunikation und Finanzen identifizieren wir nach wie vor attraktive Anlagechancen. Im Rohstoffsegment tendierten Grundstofftitel uneinheitlich.", so Barings


Die Widerstandsfähigkeit der Aktienmärkte der europäischen Schwellenländer angesichts der negativen Meldungen aus den Randstaaten der EU sowie der politischen Unruhen in der Türkei deute darauf hin, dass diese Anlageklasse aufgrund ihres günstigen Bewertungsniveaus sowie wegen ihrer soliden Wachstumsaussichten nach wie vor das Kaufinteresse der Anleger auf sich ziehe. "Die anhaltend erfreuliche volkswirtschaftliche Nachrichtenlage könnte zwar eine Debatte über die Inflation bzw. das Zinsniveau auslösen. Unserer Meinung nach werden die sehr guten Wirtschaftsdaten aber letztendlich positiv gedeutet werden. Außerdem gehen wir davon aus, dass das attraktive Bewertungsniveau in Verbindung mit wahrscheinlichen positiven Gewinnüberraschungen die Aktienmärkte der europäischen Schwellenländer schließlich stützen wird", schreibt die Gesellschaft weiter.


Viele Neuemissionen in Russland


Laut Barings zeigte sich auch der Börsenplatz Russland gegenüber anderen Märkten vergleichsweise robust. Die russische Zentralbank habe die Zinsen während des Monats April erneut gesenkt. Angesichts der ernormen Liquidität des Bankensystems sollte dies ein für die Kreditvergabe günstiges Umfeld darstellen.


Der Energiesektor habe sich im April leicht überdurchschnittlich entwickelt, wohingegen die Segmente Telekommunikation und Finanzwerte etwas hinter dem breiten Markt zurückgeblieben seien. In der Energiebranche habe sich die Aktie Rosneft wieder etwas erholt, während Novatek seine zuletzt sehr feste Tendenz fortgesetzt habe. Die Sberbank habe sich hingegen unterdurchschnittlich entwickelt, nachdem sie eine schwächere Prognose für das Kreditwachstum abgegeben hatte. Auch Vimpelcom habe nach unternehmensspezifischen Ereignissen (Fusion mit Kievstar, erneute vollständige Börsennotierung in den USA sowie Ausscheiden aus dem MSCI Russia) eine unterdurchschnittliche Tendenz vorgelegt.


Immer noch sehr gute volkswirtschaftliche Daten stützten den Markt nach wie vor. Obwohl die Konsumnachfrage weiter recht verhalten sei, bleibe abzuwarten, inwieweit die Bankenbranche die derzeit außerordentlich hohe Liquidität auf Bilanzebene an die Kreditmärkte schleusen werde. "Bei dieser Frage erwarten wir im Frühjahr positive Überraschungen. Darüber hinaus gehen wir davon aus, dass das Emissionsvolumen bei Aktien sehr hoch bleiben wird. Die Auswirkungen dieser umfangreichen Emissions-Pipeline auf den Markt werden aber lediglich gering sein, weil die Anleger am Primärmarkt nur sehr zurückhaltend agieren.", teilt Barings abschließend mit.

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